Vom Plottern und Bügelfolie

Hallo Zusammen,

nachdem ich meine letzten Plotterprojekte durchgeführt habe, ist mir wieder aufgefallen, wie tückisch doch Bügelfolie sein kann. Aber fangen wir von vorn an. Vor mehr als einem Jahr habe ich mir den Hobbyplotter Silhouette Cameo gekauft. Aber was ist eigentlich ein Plotter? Viele stellen sich unter dem Begriff eine riesige Maschine vor, die großformatige Drucke anfertigt. Seit etwa 2 Jahren erhalten sogenannte Hobbyplotter ein neues zu Hause in den verschiedensten Näh- bzw. Hobbyräumen. Mit diesen kleinen Wundermaschinen kann man allerdings nicht drucken, sondern die verschiedensten Materialien zuschneiden. Unter anderem auch Folie um T-Shirts aufzupimpen. Zum Plotten selbst benötigt man neben dem Gerät noch eine Schneidematte und das Messer. Dieses Messer lässt sich an das Material anpassen, welches ihr bearbeiten möchtet. Hierzu nimmt man sich die beigelegte graue Kappe und dreht mit dessen Hilfe das Messer weiter raus oder weiter rein.

Mein Cameo stand bisher eigentlich hauptsächlich rum und lange Zeit habe ich ausschließlich Buchstaben für Girlanden ausgeschnitten. Ab und an habe ich auch mal mit unterschiedlichen Bügelfolien gearbeitet und mein bisher größtes Projekt – die T-Shirts für den Jungesellinen Abschied einer lieben Freundin – angefertigt.

Doch all diese Projekte haben mich nicht im geringsten Zufrieden gestellt. Entweder wollte die Bügelfolie gar nicht halten oder ich konnte Sie nach dem Waschen wieder abziehen…Es hat lang gedauert, bis ich eine richtige, vollständige Anleitung gefunden habe und was eigentlich noch viel wichtiger ist, Folien gefunden habe, mit denen ich klar kam. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die teuren Folien nicht das halten, was sie augenscheinlich versprechen. Ich habe Sie nicht von der Transfer Folie runter bekommen, oder der Plotter konnte Sie nicht richtig schneiden, geschweige denn dass die länger als eine Wäsche auf dem T-Shirt gehalten haben.

Dann habe ich durch intensive Internetrecherche Plotterinsel.de und kreativplotter.de entdeckt. Ich habe auf beiden Seiten eine kleine Menge bestellt um die 20 Euro und siehe da. Das Ergebnis war fantastisch. Sowohl die glatte Flexfolie, als auch die Flockfolie ließen sich super im Plotter zuschneiden und anschließend verarbeiten. Endlich Folien, die sich so verhalten, wie es in der Anleitung beschrieben war.

Einen weiteren Tipp den ich Euch geben kann ist, die Verwendung einer sogenannten Dauerbügelfolie oder auch Teflonfolie genannt. Mit Hilfe dieser Folie könnt ihr die ausgeschnittenen Folien einwandfrei aufbügeln. Wie der Name schon sagt, lässt sie diese Folie immer und immer wieder verwenden, sodass ihr nicht jedes Mal mit neuem Backpapier arbeiten müsst. Um die Folienreste von der Transfer Folie zu entfernen verwende ich das „PickMeUp“ Tool von Silhouette, dieser Vorgang wird auch „Entgittern“ genannt.

Ich möchte gern den Unterschied zwischen einer richtig geplotterten Folie und einer fehlerhaften Zeigen. Die Collage zeigt fünf Bilder mit typischen Fehlern, die wir alle mal gemacht haben. Das erste Bild zeigt das, was mir am häufigsten passiert. Man legt die Folie falsch rum in den Plotter rein… Auf der Verpackung steht meistens nur etwas wie “ mit der glänzenden Seite nach unten in das Gerät einlegen“. Sehr oft haben ich mich für die falsche Folienseite entschieden, aber man kann eigentlich ganz einfach herausfinden, was die richtige Seite ist. Man entfernt eine kleine Ecke der Transferfolie und sieht  recht schnell, welche Folienseite glänz und welche nicht.

Auch ein „beliebter Fehler“ ist das Spiegeln des Motivs bevor man plottet. Wie oft ich das Vergessen habe… 😀 Für gewöhnlich müsst ihr Euer Motiv vor dem Plottern spiegeln, da der Plotter nicht die Seite schneidet, die später nach oben zeigen wird. Zumindest verhält sich das bei Bügelfolie so. Selbstklebende Folie schneidet ihr nicht gespiegelt. Die klebende Seite zeigt beim Zuschneidevorgang nach unten und der Plotter arbeitet direkt auf der Seite, welche später nach oben zeigen soll.

Auf dem zweiten Bild seht ihr eine Folie, welche nicht korrekt geschnitten wurde. Für diese Folie habe ich alle Einstellungen so vorgenommen, wie Sie auf der Folienverpackung beschrieben waren. Leider hat es nicht funktioniert und nachdem ich das Messer weiter rausgedreht habe, war auch die Transferfolie durchgeschnitten :/

Das dritte Bild zeigt das was beim Entgittern übrig bleibt. Auf Bild vier seht ihr ein korrekt geplottertes und entgittertes Motiv. Auf dem fünften Bild habe ich Euch einmal Transferfolie fotografiert. Das Motiv habe ich hier bereits entfernt und ihr könnt sehen, dass die Transferfolie nie komplett durchgeschnitten wird. Das erleichtert das positionieren des Motiv’s (weil die Transferfolie etwas klebt) und das entfernen der Transferfolie nach dem Bügelvorgang.

Nun möchte ich eine Liste mit ein paar Links mit Euch teilen, die ich selbst recht nützlich finde:

  1. www.mimmistraktor.com – Hier findet ihr eine perfekte Anleitung, wie Euch beim Umgang mit Flex- bzw. Flockfolie keine Fehler unterlaufen. Sie hat einen tollen Shop, in welchem ihr schöne Plotterdateien findet, Stöbern lohnt sich.
  2. www.mukkelchen.de – Eine super schöne Sammlung von Plotter Freebies.
  3. www.nahmamaschine.blogspot.de/ – Eine weitere Sammlung von kostenfreien Plotterdateien.
  4. www.kreativplotter.de und www.plotterinsel.de – Meine beiden Shops für jegliche Sorte von Folien.

Wenn ihr öfters Folien bestellt, dann lohnt es sich eine sogenannte Farbmusterkarte zu bestellen. Hier findet ihr dann von allen Folien in den verfügbaren Farben eine kleine Probe und den zugehörigen Farbcode darunter. Das ist super praktisch, da die Farben welche ihr auf Euren Bildschirmen seht, nicht unbedingt denen entsprechen, die ihr dann schlussendlich vor Euch habt. Jeder hat seinen Bildschirm anders eingestellt, sei es von der Helligkeit, dem Kontrast oder dem Mischverhältnis der einzelnen Farben. So eine Karte findet ihr in den meisten Shops und wenn Sie nicht sofort auffindbar ist, dann schreibt einfach dem Support, die schicken Euch gern den direkten Link.

So nun habe ich aber wirklich genug getippert 🙂 Wenn Ihr noch Fragen haben solltet, dann schreibt mir einfach. Ich freue mich über Shopempfehlungen oder auch Linksammlungen zu Freebies. Dieser Blogpost enthält lediglich Empfehlungen, welche auf persönlichen Erfahrungen basieren.

Da fällt mir noch was ein, wer über die Silhouette Software seinen Plotter bedient und bei Silhouette registriert ist, hat wöchentlich Zugriff auf einen kostenlose Plottervorlage aus den Weiten des Silhouette Shops.

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag ihr Lieben!

Eure Mademoiselle Polkadot :-*

 

2 comments

  1. Dankeee!!!!! Dieser Post hat mein Kindergeburtstagsprojekt gerettet: Selbst beflockte Minecraftshirts. Ich dachte schon: Was mache ich falsch? Jetzt weiß ich es: Ich war zu nah an der Naht beim Bügeldruck. Vielen Dank! Jetzt hat es geklappt!

    Liebe Grüße,
    Millis

  2. Halli hallo 🙂 Ich hatte meinen Plotter heute in der Post und wollte dich mal kurz was fragen, da du schon sagst die Aufbügelfolie ist tückisch.

    Ich möchte z.B. Kleidergrössen plotten, um diese auf meinen Nähprojekten anzubringen. Nun würde ich die am liebsten auf Vorrat erstellen. Gibt’s da etwas, das dagegen spricht (Haft-Leistung etc.) oder kann man die gut plotten und erst später aufbügeln? Falls das möglich ist, sollte dann erst vor Gebrauch entriegelt werden aufgrund der Klebekraft?

    Ich danke dir herzlich für dein Feedback 🙂

    Liebe Grüsse,
    Stefanie

    P.S. Hab die originale Silhouette Folie bestellt und in einem anderen Shop weitere, hoffen wie die „zicken“ nicht so.

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